Feste Fahrbahn:

 

Der Hochgeschwindigkeitseisenbahnverkehr mit Geschwindigkeiten von mehr als 200 km/h gewinnt nicht nur bei der deutschen sondern auch bei der europäischen Verkehrsplanung zunehmend an Bedeutung. Die bisherigen Neu- und Ausbaustrecken wurden überwiegend als Querschwellengleis (Beton- und Holzschwellengleis) mit Schotteroberbau ausgeführt.

Feste Fahrbahn

Bei Zuggeschwindigkeiten über 200 km/h steigt jedoch die Beanspruchung des Fahrweges (Oberbaus) und damit auch der Wartungsaufwand, beispielsweise für das Stopfen des Schotters. Aus diesem Grund wurde die Entwicklung einer wartungsarmen, schotterlosen Bauweise, der sogenannten Festen Fahrbahn, in den letzten Jahren verstärkt vorangetrieben. Die Vorteile der Festen Fahrbahn mit Beton liegen in der langen Lebensdauer, dem hohen Lastaufnahmevermögen, der Beständigkeit gegen Witterung (hohe Temperaturen und UV-Strahlung), der weitgehenden Wartungsfreiheit und der exakten Gleislage, die mit steigender Geschwindigkeit an Bedeutung gewinnt.

Feste Fahrbahn

Der Unterbau der Festen Fahrbahn - mit einer hydraulisch gebundenen Tragschicht und einer Frostschutzschicht, ähnelt dem Aufbau von Betonstraßen. Auf diesen Unterbau wird auf einer Tragplatte aus Beton (oder Asphalt) das Gleisrost aus Schienen und Schwellen aufgelegt und anschließend verankert verbunden. Die erhöhte Schallabstrahlung der Festen Fahrbahn wird durch bauliche Maßnahmen soweit kompensiert, dass sie mit der eines Schotteroberbaus vergleichbar ist. Erreicht wird dies durch eine Schicht aus hohlraumreichem Beton zwischen den Schwellen und neben den Gleisen. Durch die Optimierung der Fahrbahnbeläge kann die Schallabstrahlung noch weiter reduziert werden. Bei den Ausbauarbeiten der Bahnstrecken in Berlin wurde die Feste Fahrbahn in Verbindung mit zementgebundenen Schallabsorbern ausgeführt. Als erster größerer Gesamtstreckenabschnitt wird die Schnellbahnstrecke Köln-Frankfurt/M. als Feste Fahrbahn gebaut. Die Lebensdauer einer Festen Fahrbahn wird mit mindestens 50 - 60 Jahren veranschlagt.

Quelle: Beschreibungen und Bilder von Thorsten Schaeffer

 
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