Gleisbettung:

Die über die Schienen und Schwellen wirkenden Radkräfte müssen von der Bettung möglichst gleichmäßig auf den Unterbau übertragen werden. Hinzu kommt, dass diese statischen und dynamischen Kräfte elastisch von der Bettung aufgenommen werden müssen. SchotterPlastische Verformungen der Fahrbahn, die bei millionenfachen Schotterlastwechseln nicht zu vermeiden sind und häufig ungleichmäßig auftreten, erfordern eine Bettung, die horizontale (Richten) sowie vertikale Lagekorrekturen (Stopfen) des Gleises gestattet. Besonders mit der Einführung des lückenlosen Gleises kommt der Bettung bei der Gewährleistung der Lagesicherheit des Gleises eine wesentliche Bedeutung zu.
Dabei muss die Bettung wasserdurchlässig sein, damit das Oberflächenwasser schnell in die Entwässerungsanlagen des Unterbaues abgeführt werden kann. Wird dies durch Verschmutzung eingeschränkt, kann die Bettung nicht mehr atmen uns muss gereinigt werden (Bettungsreinigung). Der Vorteil der Bettung und ganz besonders der Schotterbettung besteht in der druckverteilenden Wirkung und somit in der Schonung des Unterbaus. Als Bettungsmaterial hat sich gebrochener Schotter (Steinschlag) weltweit durchgesetzt. Seltener werden Splitt, Kies oder gar Sand verwendet. Der Schotter gewährleistet durch seine zahlreichen scharfen Kanten ein stabiles, elastisches Gefüge in sich sowie zwischen Bettung und Schwelle. Durch den grossen Hohlraumanteil der Bettung wird das Oberflächenwasser staulos abgeführt und ein schnelles Austrocknen ermöglicht.

SchotterDas Bettungsmaterial muss verwitterungsbeständig, frostbeständig, druck- und abriebfest sein. Dafür sind Basalt, Diabas, Quarzporphyr, Grauwacke, Diorit, Syenit, Quarzit und Granit gut geeignet. Nicht geeignet sind Sandsteine, Kalksteine und Konglomerate. Für Haupt- und Nebenbahnen der Deutschen Bahn AG wird Gleisschotter (Körnung 31,5 / 63 mm ) verwendet. Gleissplitt (Körnung 4/11) und Gleiskies (Körnung 4/16) finden nur bei Straßenbahnengleisen Anwendung. Bei den Bettungsquerschnitten kommt es vorrangig auf die Mindesthöhe unter der nichtüberhöhten Schiene bis zum Unterbauplanum an. Dieses Maß beträgt 500 mm. Die Breite der Schotterschulter (Schotter vor Kopf) gewährleistet die horizontale Lagesicherheit des Gleises und soll mindestens 350 mm vor dem Schwellenkopf betragen.

SchotterDieses Maß beträgt 500 mm. Die Breite der Schotterschulter (Schotter vor Kopf) gewährleistet die horizontale Lagesicherheit des Gleises und soll mindestens 350 mm vor dem Schwellenkopf betragen. Vor der zweiten Durcharbeitung wird ein feinmaschiges Sieb in die Siebanlage eingebaut.

 

 



SandBeim Einbringen des feineren Sandes erfolgt gleichzeitig die Förderung des Schotters auf geteilten Förderbändern. Durch Mechanismen wird dafür gesorgt, dass als erstes der Sand eingebracht und verdichtet wird, danach wird der Schotter unter das Gleisjoch eingefüllt. Auf diesem eingebrachten Schotterbett kann dann das Gleisjoch wieder abgelegt werden und man kann die weitere Bearbeitung des Gleises vornehmen.

 

 

 

 



Quelle:
Beschreibungen mit Genehmigung auszugsweise aus „Weichen & Kreuzungen auf Modellbahnanlagen“ vom Transpressverlag, Autor Georg Kerber und Foto-Autor Andreas Stirl

Quelle: Bilder von Thorsten Schaeffer

 
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