Die Kettensäge:

Sicherheitsmaßnahmen bei Baumschnittarbeiten im und am Gleisbereich:
Die Vegetationspflege ist die Arbeit im Gleisbereich, die erheblichen Gefährdungen ausgesetzt sind. Neben den Gefahren durch Geräte und Arbeitsverfahren ist bei unzureichenden Sicherungsmaßnahmen gegenüber Zug- und Rangierfahrten mit schweren oder sogar tödlichen Verletzungen zu rechnen. Hinzu kommt, dass die Arbeiten häufig in schwer zugänglichem Gelände, z.B. an Böschungen, in Einschnitten, sowie bei schwierigen Witterungsbedingungen auszuführen sind.

Beschäftigte sind bei Zug- und Rangierfahrten nicht nur dann gefährdet, wenn sie sich im Gleis aufhalten, sondern auch bei Arbeiten in unmittelbarer Nähe der Gleise. So sind z.B. Sicherungsmaßnahmen bei Grünschnittarbeiten an Böschungen oberhalb von Gleisen, beim Beseitigen von Bewuchs zwischen Gleisen, Bahnsteiggleisen oder in der Nähe von Stromschienen sowie bei Arbeiten neben Schnellfahrabschnitten erforderlich.

Arbeiten im Gleisbereich:
Um die Gefährdung eindeutig zu beurteilen und die Sicherheitsmaßnahmen richtig festzulegen, bedarf es einer Planung. Voraussetzung dafür sind ausreichende Kenntnisse über die betrieblichen Verhältnisse auf der Strecke, insbesondere über Fahrgeschwindigkeiten und mögliche Fahrtrichtungen.
Nach Möglichkeit sollte im gesperrten Gleis gearbeitet werden. Dazu erstellt der Auftraggeber eine auf die jeweilige Arbeitsstelle bezogene Bau- und Betriebsanweisung (Betra oder Dano), in der das Zusammenwirken zwischen Eisenbahnbetrieb und Arbeitsstelle geregelt wird.
Sind die Voraussetzungen für Arbeiten im gesperrten Gleis nicht gegeben, muss häufig mit einem oder auch mehreren Sicherungsposten gesichert werden.

Kettensägeneinsatz

Die Sicherungsaufsichtskraft stellt einen Sicherungsplan auf, in dem der Standort der Sicherungsposten und der Einsatz der Warnmittel festgelegt ist. Grundlage dafür ist die UW Arbeiten im Bereich von Gleisen (VBG 38a). Weiterhin sind die der jeweiligen Bahnbetriebe geltenden innerbetrieblichen Vorschriften zu beachten (bei der BVG in Berlin die DUV).
Mit der vor Beginn der Arbeit anstehenden Hörprobe wird die Aufnahme des Warnsignals bei den zu erwartenden ungünstigsten Umgebungsbedingungen (Bögen,Nebel,Schnee usw.) festgestellt. Dabei darf nicht übersehen werden, dass auch Züge im Nachbargleis erheblichen Lärm verursachen können.
Bei Arbeitsstellen in der Nähe von Gleisanlagen, sollten Maßnahmen ergriffen werden, die ein ungewolltes Betreten des Gefahrenbereiches der Gleise erschweren oder zumindest signalisieren. Dazu eignen sich z.B. möglichst straff gespannte Flatterleinen. Besser sind feste Planken, weil diese die Bereiche nicht nur optisch sondern auch körperlich abgrenzen.
Beschäftigte, die im Gleisbereich arbeiten, tragen Warnkleidung nach DIN EN 471 in der Farbe fluoreszierendes Orange-Rot mit Reflexmaterial der Klasse 2, mindestens in Form einer Weste.

Einsatz von Geräten:
Die Beseitigung von Bewuchs an Eisenbahnstrecken ist ohne den Einsatz von leistungsfähigen Geräten heute nicht mehr denkbar. Leistungsfähig bedeutet aber auch, dass die Schneidwerkzeuge in Verbindung mit kräftigen Antrieben erhebliche Verletzungen zur Folge haben können. Für den Schutz der Beschäftigten ist ein sicherheitstechnischer Gerätestandard, mit geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) sowie einer Ausbildung und Unterweisung über das sicherheitsgerechte Verhalten im Gleisbereich erforderlich.
Die Motorsägen (Vergaser oder auch Elektro) verfügen über eine sicherheitstechnische Ausrüstung. Die Geräte sind regelmäßig zu warten und instand zu setzen. Täglich sollten vor Arbeitsbeginn müssen Zustand, Funktion und Einstellung geprüft werden. Die Kette muss scharf und richtig gespannt sein.
Das Betreiben der Motorsägen wird nur von sicheren Standplätzen, bei denen beide Füße auf festem Untergrund stehen, eingesetzt. Hubarbeitsbühnen, Gerüste, Arbeitskörbe, mechanische Leitern mit umwehrter Plattform. Es ist ausdrücklich verboten von der Leiter aus oder im Baum selbst mit der Motorsäge zu arbeiten. Über Schulterhöhe sollten Motorsägearbeiten nicht ausgeführt werden. Für das Betanken sind zugelassene und gekennzeichnete Kanister mit geeigneten Einfüllstutzen zu benutzen. Das Betanken sollte zudem nicht am Eisatzort erfolgen. Durch Funkenbildung beim schneiden, könnte es zu einem Brand kommen. Vor dem Transport der Motorsäge ist der Kettenschutz aufzuschieben und das Gerät mit dem Schwert nach hinten zu tragen. Besondere Vorsicht gilt den heißen Teilen, wie z.B. den Vergaser oder auch Auspuff.

Motorsägeführer müssen folgende Schutzausrüstung tragen:

  • Schutzhelm nach DIN EN 397
  • Gehörschützer nach DIN EN 352
  • Gesichtsschutz nach DIN EN 1731
  • Schutzhandschuhe nach DIN EN 388
  • Schnittschutzhose nach DIN EN 381-2 und DIN EN 381-5
  • Sicherheitsstiefel mit Schnittschutzeinlage nach DIN EN 345-2
  • Warnkleidung

Der Beschäftigte muss einen Gesichtschutz, besser noch zusätzlich eine Schutzbrille tragen. Andere Beschäftigte dürfen nur in ausreichender Entfernung, in der Regel mindestens das 2 ½ fache der Baumlänge oder 25 m, vom Freischneider entfernt arbeiten.
Der Beschäftigte trägt Gehörschutz und wird bei einem Beurteilungspegel von mehr als 85 dB(A) regelmäßig vom Betriebsarzt untersucht.

Bäume an Gleisanlagen:
Die Bäume die in der Nähe von Gleisanlagen stehen, können häufig wegen beengter Platzverhältnisse nicht gefällt werden, sondern müssen abgetragen werden.
Bei elektrisch betriebenen Bahnen ist auf die von der Fahrleitung ausgehenden Gefahren zu achten. Wenn die Gefahr besteht, dass Mitarbeiter, Arbeitsgeräte oder abzutragende Baumteile in unzulässige Nähe zur Fahrleitung geraten, 1 m bei Gleichstrombahnen, 3 m bei Wechselstrom 15 kV muss diese freigeschaltet werden.

Erste Hilfe:
Als Erste-Hilfe-Material genügt der im Kraftfahrzeug mitgeführte Verbandkasten nach DIN 13 164. Es muss gewährleistet sein, dass bei Bedarf schnellstmöglich ärztliche Hilfe herbeigerufen werden kann.

Bei dem Umgang mit der Kettensäge sollte man unbedingt Schutzbrille, Sicherheitsjacke, Sicherheitsschuhe (oder Beinlinge) und Sicherheitsschuhe tragen. Die richtige Spannung der Kette sollte vor dem Start getestet werden und gegebenenfalls muss sie eingestellt werden. Zur Prüfung zieht man die Kette senkrecht vom Schwert mittels des mitgelieferten Schlüssels hoch. Sie darf sich dabei nur leicht von der Schiene des Schwertes abheben lassen. Beim Sägen dickerer Hölzer sind die Anschlagkrallen an der Vorderseite der Kettensäge sehr nützlich. Denn sie lassen sich im Holz verankern und so als Drehpunkt (Hebelarm) sehr gut nutzen.

Kettensägen

Der seitliche Rundumgriff sorgt dafür, dass die Kettensäge sicher geführt werden kann. Er ist so angeordnet, dass der Handrücken beim versehentlichen Hochschlagen der Kettensäge den Schutzbügel (die Bremse) betätigt.
Das Schwert, die Kette und die Motorleistung bilden die Schneidgarnitur einer funktionstüchtigen Kettensäge. Die Unterschiede der Kettensägen liegen nicht nur in der Schwertlänge, sondern auch in der Form der Schneidzähne, da es verschiedene Ketten gibt.

Weitere Infos auch hier: www.kettensaegen-expert.de

Quelle: Beschreibungen und Bilder von Thorsten Schaeffer

 
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