Wanderschutz:

dreiteiliger WanderschutzDie Längsbewegungen (das sogenannte Wandern) der Schienen auf den Schwellen im Schotterbett müssen so weit wie möglich unterbunden und verhindert werden. Dazu werden Wanderschutzklemmen an den Schienen montiert. Angebracht werden die Klemmen dort, wo Schienen erfahrungsgemäß zum Wandern neigen, d.h. wo große Druck- und Zugkräfte auf das Gleis wirken.
Wanderschutzklemmen werden direkt neben der Schwellen am Schienenfuß angebracht. Frühere Bauarten wurden verschraubt; heute erfolgt die Befestigung durch Verkeilung oder Feder-Klemmwirkung.

 

 

 

Wanderschutz Mathée:
Gegen das Wandern der Schienen gab es schon immer Hilfsmittel. Einens der Zuverlässigsten und Wirksamsten ist die Keilklemme nach dem System Mathée. Selbst bei endlos geschweißten Gleisen kann man nicht auf die Keilklemmen verzichten, weil sie das Verziehen der Gleise durch Bewegungen und Ausdehnungen weitgehend verhindern.

Die Ursachen der Schienenwanderung sind:

  • Die Stoßwirkung der Räder gegen die Anlaufschiene bei Stufenbildung an der Stoßstelle (z.B. bei ungenauer Verlaschung oder durch unterschiedliche Abnutzung).
  • Der Schub, den die Laufräder und noch mehr die Bremsräder in Fahrtrichtung ausüben.
  • Die Verformung der Schienen unter dem rollenden Rad.
  • Die durch Temperaturschwankungen bedingte Ausdehnung der Schiene.

Die Wanderschutzklemme - System Mathée - besteht aus drei Teilen: dem Stemmstück und 2 Klammern.

Das Stemmstück wird aus breitem Eisen geschmiedet, ist abgewinkelt und legt sich mit einer 1:6 geneigten Fläche senkrecht zum Schienenfuß an die Schwellenflanke. Bei Verwendung von Betonschwellen wird der Winkel entsprechend geändert. Das Stemmstück hat zwei nach innen gebogene Stege, die sowohl in der Senkrechten wie in der Waagerechten in einer bestimmten Neigung ausgeführt sind.
Die 2 Klammern haben dieselbe Neigung wie die Keilflächen. Diese Klammern umfassen den Schienenfuß und die abgewinkelten Stege des Stemmstückes. Durch Antreiben der Klammern wird das Stemmstück mit der Schiene besonders fest verspannt. Der Fuß des Stemmstückes liegt dabei fest an der Schwelle.
Die Wanderschutzwirkung der Mathée-Klemme basiert also auf einer doppelten Keilwirkung. Man kann die Klammern von Zeit zu Zeit nachtreiben und dadurch die Wirkung weitgehend wieder herstellen. Die Wanderschutzklemme kann auch nach Abbau der Gleisanlage immer wieder verwendet werden.

Bilder des 3teiligen Wanderschutzes:

Wanderschutz

Wanderschutz


Hier an einer Betonschwelle:
(er sitzt leicht gebogen an der Schwelle )

Matheé Wanderschutz

Matheé Wanderschutz

Hier an einer Holzschwelle:
(er ist gerade an der Holzschwelle)

Matheé Wanderschutz

Matheé Wanderschutz


Bilder des einteiligen DB Wanderschutzes mit Federwirkung:

Dieser Wanderschutz hat den Vorteil, dass er nur aus einem Teil besteht und demzufolge leichter anzubauen ist.

Hier im eingebauten Zustand an einer Betonschwelle:
(das Stemmstück ist gebogen)

Wanderschutz Betonschwelle

Wanderschutz betonschwelle

Hier an einer Holzschwelle:
(das Stemmstück liegt gerade an der Schwelle)

Wanderschutz Holzschwelle


Wanderschutz Holzschwelle

Bild des einteiliger Wanderschutzes mit Federwirkung:

Wanderschutzklemme DB

Quelle: Beschreibungen und Bilder von Thorsten Schaeffer

 
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