Abwenden von Gefahren:

Grundsätze zum Abwehren von Gefahren im Eisenbahnbau:
Die Arbeitskräfte (Rotten) im Gleisbereich sind besonders gefährdet, weil Schienengebundene Fahrzeuge längere Bremswege als andere Verkehrsmittel (z.B. Auto) haben. Sie sind spurgebunden, wodurch ein Ausweichen bzw. Umfahren eines plötzlichen Hindernisses nicht möglich wird. Wird im Gleisbereich gearbeitet, so müssen die Arbeitskräfte im Notfall vor den Zugfahrten selbst ausweichen und sich in Sicherheit bringen. Ein Umfahren der Arbeitsstelle, wie es im Straßenbau die Regel ist, ist bei Arbeitsstellen im Gleisbereich oft nicht möglich. Bei Arbeiten im Gleisbereich muss deshalb die Ankündigung (Warnung durch Rottenwarnsignale) einer Fahrt für alle Arbeitskräfte rechtzeitig erfolgen, damit diese den Gefahrenbereich räumen können und den Sicherheitsraum aufsuchen können.
Auch das Beseitigen von Werkzeugen und dem Material muss mit eingeplant werden.

Unfallverhütungsvorschriften sind ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsschutzes:
Neben den staatlichen Gesetzen und Verordnungen bilden die UVV der gesetzlichen Unfallversicherungen einen wesentlichen Teil des verbindlichen Regelwerks im deutschen Arbeitsschutz. Die technischen, organisatorischen und persönlichen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz werden durch sie bei der Arbeit vorgeschrieben und jeder Arbeiter hat sich an die UVV zu halten. Sie können Regelungen über die Pflichten des Unternehmers, zum Verhalten der Versicherten, zu den arbeitsmedizinischen Untersuchungen, zur Ersten Hilfe und zur Zahl der Sicherheitsbeauftragten in den Betrieben enthalten.

DS 132 03: Unfallverhütungsvorschriften der Deutschen Bundesbahn - Bestimmung zum Schutz gegen Gefahren aus dem Eisenbahnbetrieb bei Arbeiten im Bereich von Gleisen.

Die zuständigen Berufsgenossenschaften:
Die gewerblichen Berufsgenossenschaften verfügen über eine langjährige Tradition und Erfahrung was den Arbeitsschutz angeht. Als die Zahl der Arbeitsunfälle (Industrie) in die Höhe schnellte, die Geschädigten aber selten die Privathaftung der Arbeitgeber in Anspruch nehmen konnten, wurde als Teil der Sozialgesetzgebung am 8. Juli 1884 das Gesetz über die Unfallversicherung erlassen.

Tragende Grundsätze der Unfallversicherung sind:

  • Ersatz der Unternehmerhaftung durch Versicherungsanspruch unabhängig von Verschulden
  • Versicherungsleistung nach dem Schadenersatzprinzip
  • Finanzierung nur durch die Unternehmer
  • Ausschluss von Haftungsansprüchen der Beschäftigten gegen die Unternehmer
  • Durchführung der Unfallversicherung durch eigene Körperschaften, im gewerblichen und landwirtschaftlichen Bereich durch Berufsgenossenschaften
  • Gliederung der Berufsgenossenschaften nach Branchen
  • Selbstverwaltung der Berufsgenossenschaften durch Arbeitgeber und Beschäftigte (seit 1953)
  • Auftrag zur vorbeugenden Unfallverhütung (Prävention)

Einen Schadensersatz für einen geschehenden Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit konnte der Geschädigte nun bei der Berufsgenossenschaft geltend machen. Aus diesem Grund werden die Berufsgenossenschaften ausschließlich von den Beiträgen der Unternehmer (100%) finanziert. Aus den eingezahlten Mitteln erbringen die Berufsgenossenschaften die vom Gesetzgeber vorgesehenen Leistungen, und zwar in der Regel unabhängig von der Unfallursache.

  • Arbeitsunfälle,
  • Wegeunfälle,
  • Berufskrankheiten.

UVV der Berufsgenossenschaft:

VBG 38a: Arbeiten im Bereich von Gleisen
Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt für die Abwendung von Gefahren aus dem Bahnbetrieb bei Arbeiten im Bereich von Gleisen (Gleisbereich) von Schienenbahnen. Diese Unfallverhütungsvorschrift dient ausschließlich dem Zweck, Gefahren aus dem Bahnbetrieb abzuwenden, die bei Arbeiten im Bereich von Gleisen auftreten.

Dazu gehören Gefahren, die z.B. von

  • bewegten Schienenfahrzeugen
  • Fahrleitungen, oder
  • möglichen Rückströmen in Fahrschienen ausgehen

Quelle: Beschreibungen von Thorsten Schaeffer und den Berufsgenossenschaften

 
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