Persönliche Schutzausrüstung (PSA):

Der Zweck und Sinn der PSA:
Eine persönliche Schutzausrüstung jedes einzelnen Beschäftigten bietet bei vielen Arbeiten an den verschiedensten Arbeitsplätzen wirksamen Schutz (Prävention) gegen Unfälle oder mindert zumindest deren Folgen.

Ist es durch betriebstechnische Maßnahmen nicht ausgeschlossen, dass die Versicherten Unfall- oder Gesundheitsgefahren ausgesetzt sind, so hat der Unternehmer geeignete persönliche Schutzausrüstungen (PSA) zur Verfügung zu stellen und diese in ordnungsgemäßem Zustand zu halten. Zwangsläufig wirkende technische und organisatorische Maßnahmen haben den Vorrang vor persönlichen Schutzausrüstungen. Nur wenn durch solche zwangsläufig wirkenden Maßnahmen Unfall- oder Gesundheitsgefahren nicht beseitigt werden können, darf zur Abwendung von Gefahren auf persönliche Schutzausrüstungen ausgewichen werden.

Rechtsvorschriften/Unfallverhütungsvorschrift (UVV):
Der Unternehmer hat zur Verhütung von Arbeitsunfällen Einrichtungen, Anordnungen und Maßnahmen zu treffen, die den Bestimmungen dieser Unfallverhütungsvorschrift und den für ihn sonst geltenden Unfallverhütungsvorschriften und im übrigen den allgemein anerkannten sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Regeln entsprechen. Soweit in anderen Rechtsvorschriften, insbesondere in Arbeitsschutzvorschriften, Anforderungen gestellt werden, bleiben diese Vorschriften unberührt.

Arten von Schutzausrüstung:

  1. Kopfschutz (Arbeitsschutzhelm):
    kopfschutzDer Arbeitshelm (Kopfschutz) hat er die Norm EN 397. Ihn gibt es in verschiedenen Farben und er besteht aus dem Werkstoff Kunststoff (Polyethylen). Der Arbeitshelm ist im inneren individuell verstellbar und auch ein Stirnband ist vorhanden und sollte nach einigen Jahren regelmäßigem Tragen gewechselt werden. Der Arbeitsschutzhelm dient zum Schutz des Kopfes einerseits vor herunterstürzenden Teilen, zum Schutz unter schwebenden Lasten und er kann bei einem Arbeitsraum benutzt werden, wo eine erhöhte Verletzungsgefahr durch beengten Raum bestehen kann.
    Es gibt auch Arbeitshelme (z.B. Kettensägenschutz) wo eine Gehörschutzmuschel an sogenannten Gelenkarmen seitlich befestigt ist, der bei schweren Baumaschinen oder beim Forstarbeiten zum Einsatz kommen kann.
    Eine Belehrung, die Ausstattung und Tragepflichtprüfung muss durch den Arbeitgeber erfolgen. Es gibt Arbeitsschutzhelme die eine integrierte Beleuchtung (z.B. im Bergbau) als Ausstattung haben, eine Beleuchtung kann aber auch nachträglich angebracht werden.

  2. Arbeitsschutzschuhearbeitsschuhe:
    Auf vielen Arbeitsstellen ist das Tragen von Sicherheitsschuhen ein Muss. In allen Berufsgruppen gibt es die unterschiedlichsten Arbeiten, wobei der Sicherheitsschuh für den Mitarbeiter ein Gefühl von Sicherheit gibt, ob Köche (z.B. wasserdicht), Gärtner, Elektriker (z.B. isolierend) oder auch im Gleisbau (z.B. S2 soll eine gewisse Resistenz gegen Feuchte und Nässe, welche durch entsprechende Pflege auch erhalten bleibt) ist das Tragen dieser Schuhe ein Bestandteil der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA).
    Eine eingelassene Stahlkappe am vorderen Bereich der Schuhe sind zum Schutz der Zehen vorgesehen. Durch herabfallende Teile im Handwerk oder in der Industrie sollen die Füße der Mitarbeiter vor schweren Verletzungen oder Quetschungen geschützt werden. Die eingearbeitete Schutzkappe soll aus Stahl, Aluminium, Titan oder Kunststoff zum Schutz der Zehen ausgestattet sein.
    Die Belastbarkeit der Stahlkappen in den Sicherheitsschuhen soll von 100 - 200 Joule betragen. Diese Anforderungen sind in der EN 20345 für Sicherheitsschuhe geregelt.
    Auch eine Stahlsohle kann ein Bestandteil des Schuhs sein, sowie eine rutschfeste Sohle. Die Schuhesind aus Gummi oder PU bzw. TPU angefertigt. Diese Materialien weisen eine hohe Rutschfestigkeit und Stabilität auf.
    Die Schuhe werden in verschiedene Sicherheitsklassen unterteilt. Es kommt auf den Einsatz und die Anforderungen an den Arbeitsschutzschuh an, wonach sie anschließend in verschiedene Klassen unterteilt werden.
    Hier mal eine Auflistung der einzelnen Klassen:

    • SB - Grundanforderung
    • S1 - Zuatzanforderung (geschlossener Fersenbereich)
    • S1P - wie S1 und zusätzlich durchtrittsicher
    • S2 - wie S1 und bedingt wasserdicht
    • S3 - wie S2 und zusätzlich durchtrittsicher
    • S4 - wie SB mit zusätzlicher Energieaufnahme im Fersenbereich
    • S5 - wie S4 und zusätzlich durchtrittsicher

    SB dient als Grundanforderung an den Sicherheitsschuh. Die weiteren Klassen teilen den Mitarbeiter mit, was noch als zusätzliche Sicherung an diesem Sicherheitsschuh vorhanden ist. Bei der Klasse S3 und der Klasse S1P müssen die Sohlen der Sicherheitsschuhe eine durchtrittsichere Sohle aufweisen. Damit soll verhindert werden, dass sich der Mitarbeiter auf dem Bau z. B. einen spitzen Gegenständen, wie Nägeln und ähnlichem eintritt. Diese genannte Durchtrittssicherheit wird meist dadurch erreicht, dass ein oder auch mehrere dünne Stahlbleche in die Sohle eingearbeitet werden.

  3. Augenschutz (Arbeitsschutzbrille)schutzbrille:
    Die Arbeitsschutzbrillen sollen die Augen der Mitarbeiter vor schädlichen Einflüssen wie Chemikalien, Staub, grellem Licht, herumfliegenden Teilen schützen. Aber überwiegend finden diese Brillen Gebrauch im Arbeitsumfeld bei metallverarbeitenden, holzverarbeitenden, Arztpraxen und Chemielaboren (Arbeitsschutz) Anwendung, aber auch bei sportlichen Aktivitäten (z.B. Hobby usw.) sollen sie schützen. Das Auge ist das wichtigste Sinnesorgan des Menschen und muss, was dieses beschädigen könnte, geschützt werden. Die häufigste Form sind Scheibenbrillen die mit Bügeln wie optische Brillen getragen werden. Bei elektrischen und autogenen Schweißarbeiten müssen die Augen der schweißenden Person durch besondere Schutzbrillen geschützt werden, da es sonst zu schwersten Verbrennungen des Auges (Verblitzung) führen kann.
    Sie bestehen meist aus Kunststoff und verfügen über stark getönte Gläser dort, wo sehr grelle Lichter (z.B. beim Schweißen) auftreten.
    Über optische Brillen kann man größere Schutzbrillentragen, die extra eine Sondergröße haben, ansonsten entsprechen Arbeitsschutzbrillen in der Größe normaler Brillen. Die Brillen kann man jeder Kopfform anpassen, sie sind an den Bügeln seitlich in der Länge verstellbar.

  4. Atemschutz (Atemschutzmasken):staubschutzmasken
    Wenn Versicherte giftige, gesundheitsschädlichen, ätzenden oder reizenden Gase, Dämpfe, Nebel oder Stäuben ausgesetzt sein können oder wenn Sauerstoffmangel auftreten kann.







  5. Körperschutz (z.B. Arbeitshandschuhe, Schürzen):
    arbeitshandschuheWenn in der Nähe von Stoffen oder sogar mit Stoffen gearbeitet wird, die zu Hautverletzungen in jeglicher Form führen oder durch die Haut in den menschlichen Körper eindringen können, muss die Pflicht sein, die für die Stoffe geeigneten Arbeitshandschuhen eingesetzt werden. Auch bei der Gefahr von Verbrennungen, Verätzungen, Verbrühungen, Unterkühlungen, elektrischen Durchströmungen, Stich- oder Schnittverletzungen, gibt es die richtigen Arbeitschutzhandschuhe um sich vor den Gefahren zu schützen.






  6. Gehörschutz
    gehoerschutzIm Gleisbau und auch bei Gebrauch von kurzer Dauer verwendet man meistens einen sogenannten Kapselgehörschutz. Dieser ist eine geschlossene kopfhörerähnliche, ohrumschließende Kapsel, die leicht einzusetzen ist und auch schnell wieder abgesetzt werden kann. Dieser kann dann während der Arbeit um den Hals gelegt werden, damit er schnell wieder eingesetzt werden kann. Bei der Verwendung dieses Gehörschutzes wird das Ohr komplett von einer Hartkunststoffschale umschlossen, die gepolstert und mit schalldämmendem Schaumstoff ausgestattet ist. Diese Art von Gehörschutz schluckt den Schall in unmittelbarer Umgebung und sichert so das Hören von Rottenwarnsignalen (Ro1 – Ro3) aus der Entfernung. Somit wird das unmittelbare, um sich laufende Geräusch von Arbeitswerkzeugen, im Gleisbau gedämpft und garantiert hohen Tragekomfort der Arbeitssicherheit.
    Gehörschutzstöpsel gibt es auch als Ohrenstöpsel, diese sind schon vorgefertigt und zum sofortigen Gebrauch geeignet. Unterschiede gibt es im Gebrauch, beim einmaliger Gebrauch sind Ohrenstöpsel vom Vorteil, die man vor Gebrauch noch formen muss.
    Wobei fertig geformte Ohrenstöpsel zum einmaligen, aber auch zum mehrmaligen Gebrauch geeignet sind. Ohrenstöpsel aus Schaumstoff (fabrikfertige) werden vorher in den Fingern zusammengerollt und dann in den Gehörgang eingeführt, wo sie sich anschließend wieder ausdehnen.
    Eine andere Art von Ohrenstöpsel sind die, die mit einem Trageband oder einem Kunststoffbügel verbunden sind, die sogenannten Bügelstöpsel. Diese sind auch für den mehrmaligen Gebrauch geeignet. Nach den Unfallvorhütungsvorschriften der jeweiligen Berufsgenossenschaft gelten bei der Auswahl des Gehörschutzes alle Stöpsel und Kapseln als gleichwertig. Ab einer Dezibelzahl von 80 dB(A) wird das Tragen eines Gehörschutzes im Gleisbau empfohlen, ab 85 dB(A) ist er gesetzlich vorgeschrieben.

Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) bietet Sicherheit bei:

  • Im Gefahrenbereich der Gleise müssen Sie immer enganliegende Warnkleidung (z.B. Warnweste) tragen. Darüber hinaus sind Sie verpflichtet, bei bestimmten Tätigkeiten weiteres Schutzzeug (z. B. Schutzhelm, Schutzhandschuhe, Schutzschuhe, Atemschutzgerät, Gehörschutzmittel) zu tragen
  • Das Schutzzeug erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber. Achten Sie darauf, das es passt und in einem ordnungsgemäßen Zustand ist.
  • Defektes oder unbrauchbares Schutzzeug dürfen Sie nicht verwenden, tauschen Sie es in Ihrer Dienststelle um.
  • Schmuckstücke, Ringe, Armbänder und ähnliche Gegenstände dürfen Sie beim Arbeiten nur dann tragen, wenn sie nicht zu einer Gefährdung, z.B. durch Hängen bleiben, führen können.
  • Ohrenschutz (Mützen), z.B. bei großer Kälte, darf Ihr Gehör nicht beeinträchtigen.
warnschutzjacke


Sorgfältige Benutzung der persönlichen Schutzausrüstung:
Die Bereitstellung von Schutzzeug der verschiedensten Arten, seine Reinigung und Instandhaltung erfordern einen hohen finanziellen Aufwand. Deshalb verlangt jeder Arbeitgeber, dass bei allen Arbeiten, für die Schutzzeug vorgesehen ist, dieses Schutzzeug auch von den Mitarbeitern getragen wird. Bequemlichkeit, Unkenntnis oder Gleichgültigkeit gegenüber Gefährdungen können schlimme Folgen (Unfälle bzw. Berufskrankheiten) haben.


Quelle: Beschreibungen und Bilder von Thorsten Schaeffer

 
© 2003-2015 Gleisbau-Welt.de | Nachdruck und Weiterverbreitung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung!
Sie finden uns auch hier: facebook.com/Gleisbau, Gleisbau-Blog.de oder jetzt auch auf Google+ gplus.to/gleisbau
Webdesign: das-Seitenreich.de