Sicherungsposten:

Aufgaben an den Sicherungsposten:
Der Sipo ist für die Sicherheit der ihm anvertrauten Arbeitskräfte verantwortlich. Er wird von der Sicherungsaufsicht eingesetzt und hat folgende Aufgaben:

  • den von der Sicherungsaufsicht festgelegten Standort einnehmen,
  • die Funktionsfähigkeit der Signalmittel vor Beginn der Arbeiten prüfen und deren Funktionsfähigkeit aufrechterhalten,
  • Warnsignale gemäß Festlegung durch die Sicherungsaufsicht so rechtzeitig geben, dass die Versicherten den Gleisbereich ohne Hast unter Berücksichtigung der Räumzeiten für Maschinen und Geräte räumen bzw. Ausweichmöglichkeiten aufsuchen können,
  • Warnsignale gemäß Festlegung durch die Sicherungsaufsicht wiederholen oder das Signal Arbeitsgleise schnellstens räumen geben, sobald sie feststellen, dass gegebene Warnsignale nicht wahrgenommen worden sind,
  • dem Fahrzeugführer das Nothaltsignal geben, falls der Gleisbereich nicht rechtzeitig geräumt wurde,
  • den Gleisbereich räumen lassen, falls die Warnung der Versicherten wegen schlechter Sichtverhältnisse nicht rechtzeitig erfolgen kann,
  • ein empfangenes Warnsignal quittieren.

Grundsätze:
Automatische Rottenwarnanlagen können gegenwärtig nur in wenigen Fällen eingesetzt werden. Die meisten Arbeitsstellen werden mit einem Sicherungsposten gesichert. An den Sipo werden deshalb sehr hohe Anforderungen gestellt.

Jeder Sicherungsposten muss davon ausgehen, dass das Leben aller im Gleisbereich Beschäftigten von seiner Aufmerksamkeit und seinem richtigem Verhalten abhängen. Er muss deshalb stets darauf achten, das die von ihm gegebenen Warnsignale sicher aufgenommen und unverzüglich befolgt werden.

Anforderungen an den Sicherungsposten:
Werden vom Unternehmer Sicherungsposten eingesetzt, darf er nur Personen auswählen, die

  • das 21. Lebensjahr vollendet haben,
  • körperlich und geistig geeignet sind,
  • die Eignungsanforderungen nach § 4 Abs. 1 erfüllen,
  • ihre Befähigung nachgewiesen haben sowie über den Bahnbetrieb in ihrem Sicherungsbereich unterwiesen sind und
  • erwarten lassen, dass sie die ihnen übertragene Aufgabe zuverlässig erfüllen.

Ausrüstungsmittel für den Sicherungsposten:

Das Mehrklansignalhorn:

Mehrklangsignalhorn

Er muss es auch mit sich führen, wenn die Signale mit dem Tyfon gegeben werden, und zwar für den Fall, dass ein Tyfon einmal ausfällt. Der Sipo an der Arbeitsstelle könnte dann die Arbeitskräfte noch mit dem Mehrklangsignalhorn warnen.

Eine Signalfahne:

Signalflagge

Der Sipo kann in Notfällen mit der Signalfahne das Kreissignal geben und dem Zug entgegenlaufen, um ihn zu stellen.

Eine Handleuchte:

Handlampen

Diese benötigt der Sipo zur Dunkelheit oder bei Arbeiten im Tunnel. Ist eine Sicherung mit mehreren Sipo notwendig, so wird anstelle einer Hand zur Bestätigung, dass ein gegebenes Signal aufgenommen wurde, bei Dunkelheit (oder wenn sich die Sipo bei Dunkelheit nicht mehr erkennen können) die weißleuchtende Handleuchte gehoben. Der Sipo kann die Handleuchte rot abblenden. Ist Gefahr im Verzug, kann er dem Zug entgegenlaufen und mit der rotleuchtenden Handlampe das Kreissignal geben.

Eine richtigzeigende Uhr:
Sie wird benötigt, um bei der Benachrichtigung über den Zugverkehr einen Uhrenvergleich mit dem Fahrdienstleiter durchführen zu können.

Einen Vierkantschlüssel:
Falls die Verbindung mit dem Fahrdienstleiter über Streckenfernsprecher aufzunehmen ist, soll der Sicherungsposten einen Vierkantschlüssel zum Öffnen des Fernsprechkastens bei sich führen. Der Vierkantschlüssel kann auch benötigt werden, um in dringenden Fällen mit dem Fahrdienstleiter Kontakt aufzunehmen zu können, z.B. für die Abgabe des Notrufs.
Werkzeug ist für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Warnmittel erforderlich, z.B. zum Wechseln der Druckgasflasche oder zum Batteriewechsel. Müssen die warnmittel dabei außer betrieb gesetzt werden, so hat der Sicherungsposten zuvor den Gleisbereich räumen zu lassen und den Sicherheitsraum aufzusuchen.

Warnkleidung:

Warnwesten

Obwohl sich Sipo nicht im Gefahrenbereich der Gleise aufhalten sollen, müssen sie Warnkleidung, z.B. eine Warnweste tragen. Jeder Sipo muss davon ausgehen, dass das Leben aller Arbeitskräfte von seiner Aufmerksamkeit und seinem richtigen Verhalten abhängen. Jeder Sipo muss deshalb stets darauf achten, dass die ihm anvertrauten Arbeitskräfte der Rottenwarnsignale unverzüglich befolgen.

Befähigungsausweis:
Ein solcher ist vom Sicherungsposten mit sich zu führen. Der Inhalt dieses Ausweises sind nachgewiesene Prüfungen, Tauglichkeiten, Nachuntersuchungen, Zusatzausbildungen und Fortbildungen.

Ausbildung:
Mitarbeiter, die nichts bereits in ihrer Ausbildung die Befähigung zum Sicherungsposten erworben haben, werden nach der Fortbildungsanweisung Sicherungsposten ausgebildet. Sicherungsposten müssen gesundheitlich den Tauglichkeitsanforderungen der Tauglichkeitsvorschrift entsprechen. Die Ausbildung der erstreckt sich auf die allgemeinen Grundlagen der Unfallverhütung, die Kenntnisse des Betriebsablaufes sowie der Signale. Insbesondere die Rottenwarnsignale sowie die Schutzsignale und andere wichtige Signale müssen den Sipo bekannt sein. Der Sipo muss die Fernsprechanlagen kennen und das betriebliche Verfahren bei der Benachrichtigung über den Zugverkehr beherrschen. In einer theoretischen und praktischen Ausbildung wird ihm der Umgang mit ortsfesten Sprechanlagen und Funkfernsprechern vermittelt.

Die Ausbildung umfasst auch den Einsatz auf einer Baustelle mit praktischen Anwendungen der Signalmittel und Bedienung der Fernsprechanlagen unter Aufsicht eines Verantwortlichen (z.B. Lehrkraft oder Ausbilder).

Quelle: Beschreibungen von Thorsten Schaeffer, Bilder von der Fa. Cemafer GmbH und Thorsten Schaeffer

 
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