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Kreuzungen:

Bei der geometrischen Entwicklung der Reichsbahnweichen wurde darauf geachtet, dass mehrere Konstruktionsteile der einfachen Weichen (z.B. einfache Herzstücke, Radlenker und sogar Weichenendteile) möglichst ohne Änderung auch bei Kreuzungen und Kreuzungsweichen verwendet werden können.

Kreuzung

Geometrisches Unterscheidungsmerkmal der Kreuzungen sind ihre Neigungen bzw. ihre Kreuzungswinkel. Bei den Eisenbahnen des öffentlichen Verkehrs werden nur schiefwinklige Kreuzungen verwendet. In Anschlussbahnen und auf Betriebshöfen von Straßenbahnen sind auch rechtwinklige Kreuzungen möglich. Die konstruktive Notwendigkeit des Baus von Kreuzungen entsteht meistens in Verbbindung mit der Anlage von Weichen in Weichen-straßen.

In der Regel entspricht der Kreuzungswinkel

  • dem Weichenwinkel
  • dem doppelten Weichenwinkel oder in seltenen Fällen
  • dem dreifachen Weichenwinkel.

Bei Kreuzungen treten

  • gerade Herzstücke (überwiegend) und
  • Bogenherzstücke (selten)

auf.

Kreuzung

Ein Bogenherzstück mit besonderen Neigungen entsteht z.B., wenn der Zweiggleisbogen einer Weiche bei kleinen Gleisabständen oder größeren Zweiggleishalbmessern in das einfache Herzstück der Kreuzung hineinreicht. Bei besonders ungünstigen Bedingungen kann auch die Regelkreuzung 1:9 unter Einsatz von Bogenherzstücken bis zu den Neigungen 1:7,5 oder 1:6,6 aufgestellt werden. Vorteilhafter ist es in solchen Fällen aber, den Bogen an das Herzstückende der Regelkreuzung anzuschließen.
Neben den beiden einfachen Herzstücken in den Endteilen besitzt jede Kreuzung an den Durchschneidungsstellen der Schienenstränge in ihrer Mitte zwei doppelte Herzstücke (DH) die auch bei Kreuzungsweichen vorhanden sind. Da die doppelten Herzstücke der Kreuzungen bis zu einer Neigung 1:9 betriebssicher befahren werden können, erhalten Flachkreuzungen bewegliche Herzstückspitzen, so dass die Herzstücklücke wegfällt und Radlenker dabei überflüssig werden.

Kreuzung mit Blockherzstücken

Besonders in durchgehenden Hauptgleisen wird oft eine kürzere Entwicklungslänge bei der Streckentrennung angestrebt, als dies mit den Kreuzungen

  • der Neigung 1:9
  • der Neigung 1:18,5

erreicht werden kann. Für solche Bedingungen wurden Kreuzungen entwickelt, bei denen der Zweiggleisbogen der Weiche durch die Kreuzung fortgesetzt wird, wobei auch in der Kreuzung einfache Bogenherzstücke entstehen. Die Bezeichnung solcher Kreuzungen wird ergänzt

  • durch Einfügen des Halbmessers des fortgesetzten Zweiggleisbogens und
  • durch einsetzen eines l (für links) oder r (für rechts), je nachdem, ob der fortgesetzte Zweiggleisbogen das zu kreuzende Gleis (von der Weiche aus beachtet) nach links oder rechts durchschneidet.

Quelle: Beschreibungen mit Genehmigung aus Weichen & Kreuzungen auf Modellbahnanlagen vom Transpressverlag, Autoren Georg Kerber und Andreas Stirl

Quelle: Bilder von Olaf Mensch

 
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